November 2007

Neuseeland, das schönste Ende der Welt. Unsere Reise auf der Südinsel.

 

 

 


Unterwegs in Neuseeland (November & Dezember 2007)

 


nzkarte

 


©2007 Fotos und Text Nicole Kunz

"Kia Ora" im Land der langen weissen Wolke. Mitte November fliegen wir von Sydney nach Christchurch. Von dort fahren wir mit einem Mietauto ganz in den Norden der Südinsel, in die Marlborough Sounds. Die kurvenreiche Fahrt durch die Marlborough Sounds ist wunderschön, überall kann man wieder einen Ausblick auf die Buchten und die mit Urwald überwachsenen Hügeln geniessen. 

Hier haben wir nochmals für 2 Wochen eine Wohnung in der Willow Bay gemietet mit herrlichem Blick auf den "Mahau Sound". Die Wohnung ist einfach und im Untergeschoss eines Hauses. Auf dem unteren Foto sieht man das blaue Bootshaus, das Haus selber liegt etwas weiter oben, versteckt im Busch. Während einer solch langen Reise tut es einfach gut, zwischendurch wieder ein "Zuhause" zu haben, auch wenn es nur für eine kurze Zeit ist. Auch können wir uns hier in aller Ruhe unserer Planung für die Weiterreise auf der Südinsel von Neuseeland und vor allem nach Südamerika widmen.

   

Nicht nur die Sonnenuntergänge geniessen wir abends, sondern auch das "eigene" Bett, Dusche und WC. Der "nette" Vermieter hat auch ein Ruderboot und Kajaks, welche er uns zur Verfügung stellt. Damit unternehmen wir auch mal ein Ausflug aufs Wasser. Ein Abstecher führt uns zu einem kleinen Wasserfall gleich in der Nähe des Hauses. Von hier kommt das Wasser in die Haushaltungen zum Kochen, Duschen etc. Ein anderes Mal verbringen wir einen Tag damit einen Teil des bekannten Queen Charlotte Tracks abzulaufen. Und auch so gehen die Tage rasch um und schon bald treffen wir unser Kollegenpaar Reto und Marianne aus der Schweiz in Christchurch und mit ihnen verbringen wir die drei weiteren Wochen auf der Südinsel von Neuseeland.

 

Der Frühling ist da, zumindest für uns in Neuseeland. Die blühenden, farbigen Lupinen schmücken vielerorts die Wiesen und Flussbetten. Sie sind ein herrlicher Farbtupfer in der erstaunlich trockenen und zum Teil kargen Landschaft. Das Klischee ist perfekt mit den grasenden Schafen und den Schneebergen im Hintergrund die uns immer wieder auf unserer Fahrt auf der Südinsel in Sichtweite begleiten.

Unser erster Abstecher führt uns in die Gegend des Lake Pukaki und dem Mount Cook mit 3754m der höchste Berg Neuseelands. Das Wetter verwöhnt uns richtig. Der Anblick der beiden milchig-grünen Seen "Lake Pukaki" und des "Lake Tekapo" mit den Southern Alps im Hintergrund ist eine Augenweide. Vom einfachen DOC Zeltplatz White Horse Hill unternehmen wir eine dreistündige Wanderung ins Hooker Valley auf der man immer den Mount Cook vor Augen hat. Eine schöne Wanderung bei der man auch über zwei der typischen Hängebrücken die es in Neuseeland gibt gehen muss. Entlang des Wanderweges trifft man immer wieder die blühenden "Mount Cook Lily" an.

   

Angekommen beim  Aussichtspunkt hat man eine tolle Aussicht auf den Tasman Gletscher, dem längsten Gletscher von Neuseeland mit einer Länge von 27km. Wir sind beeindruckt von der Weite Neuseelands, das etwa 6mal grösser ist als die Schweiz aber mit 4 Mio. Einwohner nur etwas weniger als die Hälfte der Schweizer Bevölkerung hat.

   

Zurück an der Ostküste können wir beim Moeraki Lighthouse am späteren Nachmittag bis zum Sonnenuntergang die Gelbaugen-Pinguine die nur in Neuseeland vorkommen und Seehunde aus nächster Nähe beobachten. Wir können uns kaum lösen von diesem herrlichen Schauspiel und dies ohne grossen Touristenandrang, ein echter Geheimtipp.

   

Am Morgen darauf geht es zum Sonnenaufgang zu den Moeraki Boulders. Leider verfärben sich die Wolken am heutigen Morgen nicht sehr stark aber wir geniessen trotzdem die speziellen Steinformationen im Morgenlicht.

   

Auf dem Weg nach Dunedin stoppen wir am Shag Point. Hier sind ebenfalls Seehunde aus nächster Nähe zu sehen und zu riechen! Ein Gelbaugen-Pinguin steht ebenfalls am Klippenrand und posiert für uns in aller Ruhe als hätte er auf uns gewartet. Nach einem kurzen Stopp in Dunedin geht es weiter zur Otago Halbinsel. Da wir nun bereits viele Pinguine und Seehunde gesehen haben, entschliessen wir uns nur für eine Tour zu den Königsalbatrossen. Die einstündige Tour startet im Albatros Centre am äussersten Ende der Halbinsel vom Taiaroa Head. Zuerst erfahren wir mehr über den Lebenszyklus dieser grossen Seevögel mit einer Spannweite von bis zu 3,5m. Anschliessend sehen wir einen kurzen Film und geht es noch für rund 30 Minuten zum Turm hoch, von wo aus die Vögel hinter einem Glas sehr gut beobachtet werden können. Wir haben Glück und zwei "Teenagervögel" sind ganz in der Nähe miteinander am "Schnabulieren". Zur Zeit ist Brütezeit und einige Vögel sitzen auf ihren Eiern oder schützen die bereits geschlüpften Küken. Heute sind wir dankbar, dass das Wetter ausnahmsweise regnerisch und vor allem windig ist. Die Vögel nutzen den Auftrieb des starken Windes und wir können sie beim Gleiten durch die Lüfte beobachten. Wir sind sehr beeindruckt von diesem Naturschauspiel der "König der Lüfte".

   

Via Dunedin geht es weiter landeinwärts und Richtung Fjordland. Das Wetterglück begleitet uns wieder und die Sonne scheint auch hier in einer der nassesten Gegend Neuseelands, dem Fjordland Nationalpark. Und so können wir die eindrückliche Fahrt von Te Anau zum 120km entfernten Milford Sound umso mehr geniessen. Unterwegs treffen wir auf die hier vorkommenden und einzigen Bergpapageien der Welt, den neugierigen und frechen Keas. Kein Gegenstand ist vor seinem Schnabel sicher, Rucksäcke, Zelte wie auch Gummiabdichtungen von Autos uvm. werden nur allzu gern angeknabbert. Da wird auch mal am Videostativ rumgeknabbert.

Nach der kurvenreichen Fahrt im Fjordland Nationalpark geniessen wir die imposante Landschaft mit Sicht auf das Wahrzeichen vom Milford Sound, dem Mitre Peak und die Fjordlandschaft im Abendlicht. Sicherlich ein Höhepunkt für viele Neuseeland Besucher. Was sich aber natürlich auch bemerkbar an den vielen Tourenbussen, Heliflügen und dem Menschenauflauf tagsüber ab 10h00 macht. Daher bleiben wir hier eine Nacht und können abends und frühmorgens die Fjordlandschaft in Ruhe geniessen.

Wir verlassen den Fjordland Nationalpark und fahren Richtung Queenstown, das Touristenzentrum der Südinsel und Mekka für all die verrücktesten Sportarten. Am nächsten Tag starten wir am morgen die Wanderung auf den Hausberg von Queenstown, den 1748m hohen Ben Lomond. Die ersten Höhenmeter haben wir schnell hinter uns, es geht nämlich mit der Skyline Gondel hoch auf 490m. Die restlichen Höhenmeter sind nun allerdings zu Fuss zu bewältigen. Die Strapazen des Aufstiegs lohnen sich aber alleweil, vom Gipfel aus wird man mit einem grandiosen 360 Grad Rundblick auf die südlichen schneebedeckten Alpen, den Lake Wakatipu und die Remarkables belohnt.

Von Queenstown fahren wir weiter entlang des Lake Wakatipu nach Glenorchy. Die Berge und Wolken spiegeln sich wunderbar im glatten See. Nahe der Kinloch Lodge, gleich auf der anderen Seite von Glenorchy liegt ein einfacher DOC Zeltplatz am See. Die Aussicht direkt am Wasser ist herrlich, einzig die vielen Sandflies stören die Idylle ein wenig. Am nächsten Tag laufen wir einen kurzen Teil des Routeburn Tracks. Der Weg führt durch einen schönen märchenhaften Wald und entlang eines tosenden Baches. 

Hier ein paar Eindrücke aus der Fjordland und Queenstown Umgebung Fotogalerie Fjordland bis Queenstown

Von Glenorchy führt uns unsere Reise wieder zurück nach Queenstown, weiter über Cardrona nach Wanaka und von dort über den kurvenreichen Haast Pass runter an die Westküste. Die Fahrt vorbei an den beiden Seen Lake Wanaka und Lake Hawea ist sehr schön und immer wieder einen Fotostopp wert.

   

In Haast unternehmen wir morgens eine rasante "Jetboat Tour" mit Haast River Safari. Die 90minütige Tour ist ideal für Leute, welche die Bootstouren in Queenstown zu "Actionmässig" finden, die Boote hier sind gedeckt, haben Fenster und es hat keine Felsen an denen man Millimeter nah "vorbeibrettert". Uns hat es auf jeden Fall sehr gut gefallen wie wir den Haast River raufgefahren sind und die 3-4 360 Grad Drehungen waren cool! Mehr Infos unter www.haastriver.co.nz.

Unser nächstes Ziel ist der Fox Glacier. Zusammen mit dem Franz Josef Gletscher sind diese beiden Gletscher einzigartig, da sie bis auf eine Meereshöhe von 300m hinunter auf Regenwald stossen. Vom Parkplatz aus ist man in 15 Minuten an der Zunge des Gletschers wo man ihn aus nächster Nähe betrachten kann. Am späteren Nachmittag laufen wir rund um den Lake Matheson. In diesem See spiegeln sich bei ruhigen Windbedingungen die südlichen Alpen, die beiden dominantesten davon sind der Mount Cook und Mount Tasman. Am idealsten ist es die Wanderung von etwas mehr als einer Stunde frühmorgens zu machen doch wir haben Glück und können das "Spiegelspiel" auch heute Nachmittag bewundern.

Auf unserer Weiterfahrt am nächsten Tag entscheiden wir uns spontan und unerwartet für einen Helikopterflug von Franz Josef aus . Geflogen wird über die beiden Gletscher Franz Josef und Fox. Vorbei an den beiden höchsten Bergen von Neuseeland, dem Mount Cook und Mount Tasman mit "Helicopter Flights". Ein Flug in dieser Höhe ist ein unglaubliches Gefühl.

   

Die beiden steilen, unangekündigten aber zum Glück nur kurzen Sturzflüge sind nichts für schwache Nerven, eine wirkliche Achterbahnfahrt und dass in 3000m Höhe. Es hat Spass gemacht, nur gleich im ersten Moment sind wir alle ziemlich erschrocken.

   

Auch die Landung auf einem Schneefeld sowie der kurze Flug durch den "Gletscherkanal" sind sehr beeindruckend. Und wenn man wieder am Boden steht und auf die hohen Berge schaut, kann man es kaum glauben in dieser Höhe oben gewesen zu sein. (Videosequenz als WMV 3MB)

Weiter führt der Weg an der rauen Westküste entlang bis wir die Pancakes erreichen. Hier übernachten wir auf dem Zeltplatz und dürfen einen grandiosen Sonnenuntergang am Strand gleich hinter dem Zeltplatz erleben.

Am Morgen besuchen wir dann die Pancake Rocks. Wind und Wetter haben hier eine spezielle Form der Felsen geformt. Bei uns ist es leider zu schön und windstill sodass das Wasser nirgends durch die Löcher hoch spritzt. Weiter geht die lange Fahrt von Punakaiki über Westport, entlang des Buller Rivers bis  nach Motueka. In Westport beim Cape Foulwind besuchen wir kurz die Seelöwenkolonie. Das Wetter wird allmählich schlechter und zur Abwechslung ist es heute grau in grau.

       

Am nächsten Morgen ist das Wetter "regnerisch". Wir fahren trotzdem zum Abel Tasman Nationalpark. Während ich und Posche beim Camper bleiben und "Hausaufgaben" machen, unternehmen Reto und Marianne einen Walk im Abel Tasman. Sie buchen das Wassertaxi für 12h30 und gehen im Abel Tasman für rund drei Stunden wandern.

Wir fahren weiter über Nelson wo uns die kurvenreiche Strasse nach Havelock bringt. Von Havelock fahren wir kurz hoch bis zum Lookout, machen dort den Coastal Walk von knapp einer Stunde. Es ist ziemlich schwül und es nieselt leicht. Wir entscheiden uns nicht über Picton zu fahren da die Strasse halt ziemlich kurvig und schmal ist und mit unserem grossen Wohnmobil nicht sehr angenehm zu fahren wäre. Wir nehmen die "gerade" Route direkt nach Blenheim wo wir auf einem etwas lärmigen Campingplatz übernachten.

Weiter geht es nach Kaikoura. Die "seefesten" unter uns unternehmen hier eine Whale Watch Tour. Zu sehen bekommen wir zwei Wale, Albatrosse in der Luft sowie viele vor dem Boot schwimmenden Delphine. Leider ist das Wetter wieder schlechter geworden, sodass es eher eine "graue" Sache ist.

   

Am Tag darauf wandern wir noch dem Kaikoura Coastal Walk entlang. Draussen auf dem Meer hat es unzählige New Zealand Fur Seals. Es windet ziemlich stark aber das Wetter  passt eigentlich ganz gut hier zu diesem Küstenabschnitt und vermittelt die passende Stimmung für die letzten Tage in Neuseeland. Nur schade, dass man die Schneeberge nicht sieht. Nun heisst es wieder zurück fahren nach Christchurch, dem Ausgangs- und Endpunkt unserer Neuseelandreise.

Am Freitag heisst es nach drei Wochen wieder Abschied nehmen von "Zinnis". Für uns selber geht es am Morgen danach weiter nach Südamerika, genauer nach Santiago de Chile.

Einmal mehr haben wir die Schönheiten am anderen Ende der Welt, im Land der langen weissen Wolke, genossen. Nun startet unser nächstes und  letztes Abenteuer für diese Reise in Chile und Argentinien.

Hier noch videografische Eindrücke aus Neuseeland als Quicktime HD 200MB oder WMV-HD 205MB für den vollen Genuss in Bild und Ton.


 


 

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