Bei Zeitrafferaufnahmen handelt es sich um eine spezielle Aufnahmetechnik. Die Zeitab-stände, in denen die einzelnen Bilder aufgenommen werden, sind im Vergleich zu normalen Filmaufnahmen vergrößert. Wird die Aufnahme dann mit normaler Geschwindigkeit abgespielt, scheint der aufgenommene Vorgang schneller abzulaufen. Dadurch werden auch Änderungen sichtbar, die in Echtzeit aufgrund ihrer langsamen Natur vom Menschen nicht oder nur schwer wahrnehmbar sind.
Zeitrafferbeispiele mit der Ricoh Calipo GX8
Warum Zeitraffer mit dem Fotoapparat? Ein Vorteil ist sicherlich die Auflösung der heutigen Fotokameras die heute über mehrere Megapixel Auflösung haben, im Gegensatz zu heutigen Videokameras die im Konsumerbereich bis maximal 1920x1080 Pixel auflösen. Dank der Auflösung von zum Beispiel 8 Megapixel oder genauer 3264 Pixel auf 2448 Pixel hat man die Möglichkeit einen PAN & SCAN zu realisieren da die Videoauflösung für Standard Video 720x576 Pixel sind. Auch für die heute gängigen High Definition Video Formate (HDV1 1280x720i/p, HDV2 1440x1080i) sowie das sogenannte FULL HD mit 1920x1080 Pixel sind noch genügend Pixel für eine "Bildfahrt" während der Zeitrafferwiedergabe übrig. Auch die Objektive sind zum Teil bei Fotokameras hochwertiger als bei gewissen Camcordern. Lange Belichtungszeiten sind auch oft bei manuellen Eingriffsmöglichkeiten vorhanden. Leider ist selbst mal der "grösste" Speicherchip voll oder der beste Akku leer.
Was muss beim Zeitraffer Fotografieren beachtet werden? Den Autofokus unbedingt ausschalten, vielleicht fliegt ja ein Vogel ins Bild und irritiert den Fokus! Blende und Verschlusszeit fixieren (in den meisten Fällen, aber nicht immer). Ein standfestes robustes Stativ verwenden. Der Aufnahmeintervall ist ganz abhängig davon was man aufnehmen will und wie schnell sich es bewegt. Ein Schatten zum Beispiel ist vielleicht langsamer als Wolken. Aber auch Wolken sind nicht immer gleich schnell oder eben langsam unterwegs!
Was braucht es sonst noch um einen Zeitraffer Film herzustellen? Nicht nur Zeit und Geduld! 25 oder 50 Bilder werden für eine Sekunde Filmwiedergabe je nach Ausgabeformat gebraucht. Die digitalisierten Bilder werden anschliessend von der Speicherkarte auf die Festplatte des PCs kopiert. Jetzt kann zum Beispiel mit Hilfe von Adobe After Effects oder auch einem gängigem Videoschnittprogramm wie zum Beispiel Avid Liquid, Adobe Premiere Pro etc. die Bilder importiert werden und ein Ausschnitt oder eine Zoomfahrt simuliert werden.
Hier einige Beispiele mit Aufnahmeintervallen zwischen 5 und 10 Sekunden. Angaben über Anzahl Bilder und die daraus entstandene Datenmenge sowie die entsprechende Filmdateigrösse in AVI und dem WMV als Muster.
Das das ganze auch mit der Videokamera funktioniert ist ja klar. Sehr gut geeignet dafür sind die neuen Kameras die auf verschiedene Speichermedien wie SXS, SD, MicroSD und wie sie alle heissen aufzeichnen wie zum Beispiel die SOny PMW-EX1 oder die Panasonic HDC-SD300.
Hier noch ein Zusammenschnitt diverser Zeitraffer und der Monfinsternis in Chile und Argentinien. Aufgezeichnet mit HDV Videokameras von Canon HV10E und einer Sony HDR-FX7. Schnitt und Export mit Edius5. Clip als WMV HD 185MB